F wie Flinger Broich – Sumpf, Industrie, Kleingärten und Sportvereine
Als wir nach intensiven Recherchen im Dezember 2025 zum Ende des doppelten Jubiläumsjahres (130 Jahre Fortuna, 95 Jahre Flinger Broich) die Informationsstele zur Fortuna am Nachwuchsleistungszentrum NLZ gesetzt und enthüllt hatten, war uns klar, dass wir die Ergebnisse unserer Nachforschungen und die in Archiven und der Literatur gefundenen Artikel, die über dieses ehemalige Sumpfgelände und die später dort entstanden Betriebe, Sport- und Kleingartenvereine berichten, unbedingt dokumentiert sollten.
Die Fülle der Informationen über den Boxring e.V., über die Hebezeugfabrik De Fries/HADEF, die Ringofenziegelei Kürten, den Schreber-Verein, die Freien Schwimmer von 1910, dem Verein Deutsche Jugendkraft Rheinfranken, die Fußballvereine Alemannia 08 und Fortuna, den „Kartellplatz“ der Turner, den St. Rochus- St. Sebastianus Schützenverein Flingern von 1868, den Eisenbahner Sportverein Blau Weiß von 1926 und das BBZ, das Berufsbildungszentrum der Arbeiterwohlfahrt haben uns dann doch überrascht.
Das Stadtmarketing bezeichnet diese Straße, die früher Behrenstraße und Grabenstraße hieß, heute als „Sportpark“ oder „Sportmeile“. Sie steht jedoch für vieles mehr. Wir versuchen im Folgenden etwas genauer hinzuschauen und das, was wir recherchiert und von den z.T. heute noch existierenden Vereinen erfahren haben, im historischen ABC unterzubringen.
Wir werden nach und nach diese Infos hier einstellen. Zu den Themen Fortuna (Flinger Broich 87) und Schützenverein (Flinger Broich 3) verweisen wir auf die Texte der schon am Flinger Broich aufgestellten beiden Stelen 17 und 19. Auf der geplanten Stele Nr. 18 werden wir die Themen Hebezeugfabrik und AWO (Flinger Broich 12) und auf der Stele Nr. 15 das Thema Ziegelindustrie (Ringofen Kürten, Flinger Broich 80) ausführlich darstellen. K. Michels - Mai 2026

Auf einer preußischen Karten von 1843/44 sehen wir, das der „Flingerbroich“ weit im Osten die Grenze von Flingern bildete. Daran schließt sich ein großes Sumpfgebiet an, das bis zum Gerresheimer „Torfbruch“ reicht. Während wir auf der Karte im westlichen Flingern Hinweise auf sieben Ziegeleien finden, ist im Osten eine Bebauung nicht zu erkennen.
„In dieser rauen, unwirtlichen Gegend östlich des Rheins entstand das Dorf Flingern, wo ein ehemaliger Rheinarm noch Spuren wie Brüche, Geesten oder Lachen hinterlassen hat. Der Name Flingern bedeutet - mit verschiedenen Schreibweisen wie 1122:
Fli`ingeren, 1218: Vleingeren, 1322: Vleyngerin - so viel wie ‚bei den Anwohnern des alten Flusses’. (...) Bedeutende Verkehrswege führen seit der Gründung der Stadt Düsseldorf (1288) gen Osten ins Bergische Land. Seit den 1870ern besteht die Eisenbahnstrecke, an deren Nordseite der Flinger Broich entlangführt. (...) Auf von Eisenbahngesellschaften nicht benötigtem Land entlang der Gleise entstanden neben Sportplätzen auch Schrebergärten mit Gaststätten. (...) 1937 sind bereits 9 Sportplätze verschiedener Vereine und ein Schwimmbad entlang der heutigen ‚Sportmeile‘ Flinger Broich eingezeichnet.“ (Th. Bernhardt)

Boxring Düsseldorf 1946 e.V. Flinger Broich 5
„Am Flinger Broich 5 hat sich der Boxring Düsseldorf 1946 e.V. niedergelassen. Der Verein ist relativ neu in Flingern, obwohl er bereits seit 1946 besteht. Einer der Gründerväter war Heini Heese, der später als Trainer der berühmten Boxring-Staffel einen legendären Ruf hatte. In seiner aktiven Laufbahn verlor der Leichtgewichtler bei den Amateuren von 428 nur 18 Kämpfe. Anfangs boxte der Verein in der Ritterstraße in der Düsseldorfer Altstadt. Mit Manfred Homberg und Egon Schidan, beide Boxer der deutschen Nationalstaffel, feierte er seine größten Erfolge. Manfred Homberg gewann die Europameisterschaft 1957, war Olympiateilnehmer 1960 in Rom und Deutscher Meister 1958, 1959 und 1961. Egon Schidan nahm an der Olympiade 1952 in Helsinki teil und war 1951,1952 und 1953 Deutscher Meister.

In den Jahren nach 2000 hatten die Brüder Schidan, die Söhne des Boxers Egon Schidan, dann die Vision, eine Halle als Zentrum für den Düsseldorfer Boxring zu errichten. Hierfür wurde ein geeignetes Grundstück gesucht und schnell wurde man fündig. Die Fläche neben dem ehemaligen Fußballplatz der Alemannia 08 erwies sich als ideal: gute Verkehrsanbindungen mit ausreichenden Parkmöglichkeiten bei Boxveranstaltungen. Und so wurde zwischen 2002 und 2003 dann die Frankenheimhalle errichtet.
Heute versucht der Boxring Düsseldorf an seine alten Erfolge anzuknüpfen. Trainer Ralf „Printe“ Krompaß, der mit über 130 Kämpfen in seiner aktiven Laufbahn ein sehr erfahrener Kämpfer ist, baut zurzeit eine schlagkräftige Mannschaft auf. Mit dem Amazonencup, einem Frauenturnier mit weltweit hoher Beachtung, internationalen Städtekämpfen und diversen Turnieren wird in Flingern wieder erstklassiger Boxsport geboten. (...)“
Bärbel Hanenberg-Kranz, Flingern Kiez, Kunst & Kultur, Droste, 2011 S. 41/42
KGV Kleingärtnerverein Kolonie e.V. Flinger Broich 24
„Nachdem im Jahr 1938 eine Düsseldorfer Ziegelei (vermutlich der Ringofen Kürten, Anm. K. Michels) aufgegeben worden ist, wurde damit begonnen auf deren Gelände einen Ausbildungsgarten, bestehend aus 2 Gärten und einer Schulbaracke, einzurichten.
Nach dem Krieg wurde das Gelände neu aufgeteilt, indem die Schulgärten verkleinert wurden und auf dem freiwerdenden Gelände zunächst 35 einzelne Parzellen eingerichtet und ein Geräteschuppen errichtet wurde. In den sechziger Jahren wurde das Gartengelände an das öffentliche Stromnetz angeschlossen und gleichzeitig der Schulbetrieb aufgegeben. Das nun freiwerdende Gelände der Schulgärten wurde in neue Parzellen eingeteilt und die ehemalige Schulbaracke zu einem 1. Vereinshaus umgebaut. Wegen der steigenden Mitgliederzahl wurde das bisherige Vereinshaus zum Clubhaus in seiner heutigen Form umgebaut und an moderne Standards angepasst.
Zusätzlich wurde die Terrasse überdacht und zu einem Wintergarten ausgebaut.“ (Homepage KGV Kolonie)
Deutsche Jugendkraft Rheinfranken 1908 e.V. Flinger Broich 87

„Das Foto aus dem Jahr 1931 oder 1932 zeigt eine bunte und gut aufgelegte Truppe, die am Flinger Broich den Sportplatz für den 1908 gegründeten Verein DJK Rheinfranken auf einem wilden Acker baut. Exemplarisch für mehrere andere Sportvereine sieht man die Vereinsmitglieder, die auf dem ehemaligen Sumpfgebiet am Flinger Broich in Eigenleistung eine sportliche Spielstätte errichten.
Direkt in der Nachbarschaft hatte Fortuna sein Stadion aufgebaut, das heutige Paul-Janes-Stadion.

Rheinfranken fusionierte 2003 mit dem Verein Alemannia 08 Düsseldorf zur DJK SC Flingern 08. Dieser Verein wurde 2013 nach Insolvenz aufgelöst. DJK steht für Deutsche Jugendkraft.“
(Heute befindet sich hier das Nachwuchsleistungszentrum der Fortuna. K.Michels)
Thomas Bernhardt, Düsseldorf-Flingern in historischen Fotografien, Sutton Archiv, 2017, S. 67
Ein deutscher Nationalspieler hat als Jugendspieler seine Fußballerkarriere in der Jugendabteilung der Rheinfranken begonnen. Felix Zwolankowski (12. Juli 1912 – 26. November 1998) durchlief dort alle Jugendmannschaften, bevor er 1932 zu der
benachbarten Fortuna wechselte und dort ein Jahr später schon Teil der Meistermannschaft wurde. In den Jahren bis 1942 gehörte der flinke Stürmer zur Mannschaft und schoss in 36 Endrundenspielen um die Deutschen Meisterschaft 10 Tore. 1940 wurde er in die Nationalmannschaft berufen. Verletzungsbedingt beendete er 1949 zwar seine Spielerkarriere, arbeitete danach aber bei verschiedenen Vereinen als Trainer weiter.
K. Michels, Infos aus: f95.de/historie, wikipedia, Datenbanken DFB und weltfussball.de
Schreber-Verein Düsseldorf Flinger Broich 80
„Wie wichtig in dem dicht besiedelten und armen Stadtteil Flingern ein eigenes Stückchen Erde zu Beginn des 20. Jahrhunderts war, zeigt der Kleingartenverein am Flinger Broich. 100 Jahre Schreber-Verein Düsseldorf, das ist eine Erfolgsgeschichte, die der Verein 2010 feiern konnte. Zwei Weltkriege, eine sich verändernde Gesellschaft und viele behördliche Stolpersteine hat er überlebt. Sein Erfolgsrezept: Zusammenhalt, kollektive Zielsetzung, Gemeinschaftsarbeit und die Liebe zur eigenen Scholle.
Als sich vor 100 Jahren 60 Familien in Flingern zusammenschlossen, mit den damaligen Eigentümern Kürten und Possber-Erben einen Pachtvertrag unterschrieben, um auf einem stillgelegten Ziegeleigelände am Flinger Broich einen Kleingartenverein zu gründen, konnten sie sich endlich einen Traum erfüllen, mit einem eigenen Garten zur Versorgung ihrer Familien beizutragen. Ein eigenes Stückchen Land zu besitzen bedeutet zur damaligen Zeit, unabhängig von Angebot und Preisen zu sein. Das wurde vor allen Dingen in den Hungerjahren während und nach den beiden Weltkriegen deutlich und ist bis heute in den nachfolgenden Generationen lebendig geblieben.
Aber ein Schrebergarten, so wie wir ihn heute kennen, war damals undenkbar. Jedes Stückchen Erde wurde zur Bearbeitung und Bepflanzung genutzt. An Stelle einer Gartenlaube gab es einen kleinen Verschlag, um die Gartengeräte unterzubringen.
Bereits 1913 waren die anfänglich 60 Parzellen auf 147 angewachsen und 1920 wurde die heutige Größe von 234 Gartenrundstücken erreicht.

Ein hartes Stück Gemeinschaftsarbeit bedeutete es, das ausgebaggerte und wieder zugeschüttete Gelände urbar zu machen, das zum damaligen Zeitpunkt als Weideland für Pferde und Rinder genutzt wurde. Es war von zahlreichen Tümpeln übersät und von Brombeerhecken, Holundersträuchern, Schilf und Arnika bewuchert. Die Familien umzäunten das Grundstück, steckten Parzellen ab, erschlossen Wege und bauten ein kleines Vereinshaus. Das wurde im Laufe der Jahre durch ein größeres ersetzt und mit einer Festwiese beliebter Treffpunkt. 1929 gab es die erste Vollkonzession für Getränke und Speisen.
Und dann, 1944, vernichtete ein Luftangriff auf Düsseldorf alles bis dahin mühsam Erreichte. Viele Familien, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs auf dem Gelände aufgehalten hatten, verloren ihr Leben; das Vereinsheim und die Gärten wurden zerstört.
Trotz dieses Rückschlags hielten die Familien zusammen und bauten nach Kriegsende ihre Gartenanlage wieder auf. Da musste schon viel Improvisationstalent aktiviert werden. Denn Baumaterial war zum damaligen Zeitpunkt knapp. Noch heute gehören 100 Parzellen den Nachkommen ehemaliger Gründungsmitglieder, was für das Gemeinschaftsinteresse und die Verbundenheit mit dem Verein zeugt. Und wenn auch
die Gartenanlage am Flinger Broich keine öffentliche Grünanlage ist, so ist sie doch Teil der grünen Lunge Flingerns.“
Bärbel Hanenberg-Kranz, Flingern Kiez, Kunst & Kultur, Droste, 2011, S. 35 ff
Sportverein Freie Schwimmer Düsseldorf 1910 e.V. Flinger Broich 91/101
„Heute erinnern sich nur noch wenige daran, dass das Allwetterbad früher der Spiel- und Sportvereinigung Freie Schwimmer Düsseldorf 1910 e.V. gehörte, einem Verein, der aus der Arbeitersportbewegung gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach Aufhebung des Sozialistengesetzes im Wilhelminischen Kaiserreich entstanden ist. Als 1911 das Grundstück Flinger Broich 91 gekauft wurde, um darauf eine Volkssportanlage mit
Vereinsheim, Schwimmbad mit Umkleidekabinen, Sportplatz und Tennisplätzen zu errichten, hatte dieser Verein zum ersten Mal einen eigenen Wohnsitz. Geübt wurde zu seiner Gründungszeit nämlich im Rhein, denn den Arbeitersportlern war der Zugang zu den städtischen Hallenbädern verboten – die standen nur dem Bürgertum offen. Erst nach dem Ersten Weltkrieg, in der Weimarer Republik, konnten die Schwimmer auch in
den Hallenbädern an der Grün- und Münsterstraße Übungsstunden organisieren. In dieser Zeit erweiterte sich der Verein um eine Handball- und Ruderabteilung mit eigenem Bootshaus am Rhein und einen Rettungsschwimmerdienst. 1930 wurde er in Sportverein Freie Schwimmer Düsseldorf 1910 e.V. umbenannt. Er war mittlerweile mit 1200 Mitgliedern zu Deutschlands größtem Schwimmverein herangewachsen und hatte neben
der Schwimm- Leichtathletik-, Kriegsbeschädigten-, Jugend-, und Ruderabteilung sogar einen eigenen Musikzug. Zwischen 1925 und 1932 wurden die Wasserballer vier Mal Westdeutscher Meister, die Schwimmer errangen zwölf westdeutsche Meistertitel und mehrere Sportler des Vereins nahmen 1925 in Frankfurt am Main und 1930 in Wien an Arbeiter-Olympiaden teil. Bis 1932 riskierten die Rettungsschwimmer 400 Mal ihr Leben,
um Menschen aus dem Rhein zu bergen.
Lange Zeit Freude an dem 1932 fertig gestellten Vereinsgrundstück am Flinger Broich hatten die Freien Schwimmer nicht. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde 1933 das gesamte Vereinsvermögen beschlagnahmt, das Vereinsarchiv mit sämtlichen Urkunden und Ehrenpreisen verbrannt, das Schwimmbecken zum Schießstand umfunktioniert und der Sportplatz zum Exerzieren benutzt. 1934 wurde der
gesamte damalige Vorstand wegen „Gründung bolschewistischer Zellen“ verhaftet und 1939 auf der Liegewiese des Schwimmbades eine Flakbatterie errichtet.
Es war klar, dass der Verein in den Fokus der neuen Machthaber geraten würde. Als Mitglied im Arbeiter-Schwimmerbund gehörte er zur großen Arbeitersportbewegung, die eng mit der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung, der dritten Säule neben SPD und Gewerkschaften, verbunden war und gleichermaßen von SPD und KPD beeinflusst wurde, zwei Parteien, die unter den Nationalsozialisten verboten waren.
Erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges konnte sich der Verein neu organisieren. 1946 wurde er vom neuen Vorstand in Spiel- und Sportvereinigung Freie Schwimmer Düsseldorf 1910 e.V. umbenannt und das Vereinsgelände mit Sportplatz und eigenem
Schwimmbad neu aufgebaut, das nach erneutem Umbau 1976 als Allwetterbad eröffnet wurde. Obwohl die Sportvereinigung auch nach dem Zweiten Weltkrieg viele nationale und internationale Sportmeriten erlangen konnte, geriet sie immer mehr in eine finanzielle Schieflage, was 1994 zur Abgabe des Allwetterbades an die Düsseldorfer Bädergesellschaft führte. Im Gegenzug erlosch eine Steuerschuld von 1,4 Millionen
Deutsche Mark.“ (B. Hanenberg-Kranz a.a.O)
Eisenbahner Sportverein „Blau Weiß“ 1926 e.V. Flinger Broich 189 - 191
Wer aus unserer Stadtgesellschaft kennt wohl diesen sehr gut versteckten historischen Ort: „Am Gleisdreieck - Abzweig Fortuna“?
Ich wohne in der Nachbarschaft und habe oft in der Abendsonne auf den zugewachsenen Steinstufen der 1929/30 gebauten ESV Tribüne, einem morbiden „Relikt vergangener Fußball – Zeiten“ gesessen, über den alten Aschenplatz geschaut und den ratternden Güterzügen in diesem Gleisdreieck zugehört.
„Heute sind wir einer der letzten Roten Plätze in Düsseldorf“. (Home ESV“)
Und dann fahren wir im Aufstiegsjahr 2012 mit 1200 Fußballfans der Fortuna in 2 uralten Sonderzügen genau über diese alte Güterzugstrecke und den „“Abzweig Fortuna“ zum Relegationsspiel gegen die Hertha nach Berlin... Wunderbar!
Der Eisenbahner Sportverein Düsseldorf ist Teil der historischen Eisenbahner Sportbewegung in Deutschland, die in den 1920er Jahren als „Interessengemeinschaft von sportbegeisterten Eisenbahnern“ entstand, um auch Schichtarbeitern Sportmöglichkeiten zu bieten. Die Wurzeln liegen in den Turn- und Sportvereinen der Deutschen Reichsbahn. Der Dachverband VDES (Verband Deutscher Eisenbahner Sportvereine) wurde am 7. März 1926 als „Bund der Deutschen Reichsbahn – Turn und Sportvereine“ gegründet.
Im Jahr der Ausstellung GESOLEI (Gesundheit, soziale Fürsorge und Leibesübungen), die von Mai bis Oktober 1926 am Düsseldorfer Rheinufer stattfand, gründeten sich viele Sportvereine. So auch der Eisenbahner Sportverein „Blau Weiß“ 1926 Düsseldorf e.V.
Die Gründungsversammlung fand am 20. August 1926 im damaligen Wartesaal des alten Düsseldorfer Hauptbahnhofes statt. „Die Fußballer gründeten den Verein. Der Reihe nach kamen die heute noch bestehenden Abteilungen Kegeln, Tennis, die Sportschützen und Angeln hinzu. Noch ganz jung und im Aufbau ist die neue Tischtennisabteilung, ebenfalls im Hauptbahnhof. Das ist gelebter Breitensport erfolgreich bis auf Bundesebene.“ (Home des ESV)
Ab 1928 haben die Blau – Weißen angefangen, das Gelände spieltauglich herzurichten.
1929/30 wurde die Sportanlage „Am Flinger Broich 189“ inklusive der Tribüne und des Vereinsheims gebaut.
„Der Krieg brachte wie überall den Sportbetrieb zum Erliegen. Neuanfang 1947, die `Alten Herren` der Fußballabteilung wurden mit ihrem Engagement zum Rückgrat des Vereins. Vier kickende Brüder – Toni, Josef und Stani Koslowski – machten den Verein überregional bekannt. 1954 ... spuckten die Blau – Weißen in die Hände erweiterten ihr Vereinsheim und bauten unter anderem jene 1930 errichtete Tribüne, die heute noch an
ihrem Platz steht, mit Umkleiden und Duschen in den Katakomben aus.“ ( aus Rhein.Post 12.10.2016)

Die Fußballabteilung des ESV war in den 1950er Jahren das Aushängeschild des Vereins und schafften es wohl bis in die damalige Bezirkslige. Die Fußballer spielen noch heute in der Kreisklasse C u.a. gegen die benachbarten Vereine TV Grafenberg, Sportring Eller oder den FC Tannenhof. Neben der aktiven Tennisabteilung gibt es noch die Abteilung „Angeln“ und die Sportschützen, deren Vereinshaus der Verbunt e.V. – Verein für Jugendkunst 2022 mit tollen Wandbildern gestaltet hat.
Seit vielen Jahren finden im Sommer die „Düsselferien“ mit der Kinderzeltstadt (in 2025 - 324 Kinder!) von Flingern – mobil auf dem Gelände der Eisenbahner statt.
Am 20. August 2026 feiert der ESV „Blau – Weiß“ seinen 100. Geburtstag! Herzlichen Glückwunsch. Am 21.08. führt uns ein FlingerPfad - Rundgang über den Flinger Broich bis zum Sportgelände des ESV...
K.Michels - Juni 2026
